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Fahrradschutzstreifen – ab Montag, 8. März, nun auch in Klein Nordende

Im besonders kritischen und schwierigen Abschnitt der Dorfstraße zwischen Ortseingang Elmshorn und Kurve Töverhuus haben wir in der Vergangenheit schon so manche Maßnahme versucht. Im neu konstituierten Wegeausschuss wurde ab Januar 2019 beraten, ob die Einrichtung von Fahrradschutzstreifen die immer noch recht problematische Verkehrssituation etwas deutlicher und somit ein Stück sicherer machen könnte.

Im März waren ein 10-Punkte-Katalog und eine erste Planzeichnung fertig und wurden dem Ordnungsamt und der zuständigen Verkehrsaufsicht des Kreises übergeben. Im Juli kam es dann zu einem ersten Ortstermin. Im Anschluss wollte man unsere Pläne weiter prüfen und sich melden.

Da wir trotz Sachstandsanfragen nichts hörten, schoben wir im Oktober 2019 für alle Fälle noch einmal offiziell einen von der Gemeindevertretung gefassten Antrag nach, denn inzwischen hatte unsere im Ort durchgeführte Fragebogenaktion gezeigt, dass auch die Bürgerinnen und Bürger an genau diesem Straßenabschnitt Handlungsbedarf sehen. Und auch die im Januar 2020 veröffentlichten Ergebnisse der von Kreis Pinneberg durchgeführten Onlinebefragung bestätigten uns nochmals in unserer Einschätzung. Parallel geführte Gespräche mit der Stadt Elmshorn ergaben, dass man dort ebenso bestrebt war, noch in 2020 den Fahrradschutzstreifen der Ansgarstraße und Hebbelstraße auf der Straße Lieth zu verlängern.

Obwohl uns immer noch keine Anordnung von der Verkehrsaufsicht des Kreises vorlag, stellten wir im Herbst 2020 einfach einmal beim Kreis einen Antrag auf Förderung des Projektes aus Mitteln des Radverkehrskonzeptes und bekamen tatsächlich im Dezember die Zusage auf rund 2.700 € Zuschuss, also gut die Hälfte der gesamten Baukosten.

Im Januar 2021 erreichte uns dann auch die verkehrsrechtliche Anordnung. Nicht so ganz, wie wir es uns gewünscht hätten, aber länger wollten und konnten wir nun auch nicht mehr warten.

Das wird jetzt die Ausführung:

In Richtung Elmshorn beginnt der Schutzstreifen ggü. der Einmündung Schulstraße und schließt wie mit Elmshorn abgesprochen direkt an den Elmshorner Streifen an. Da bei beidseitiger Ausführung die in der Mitte verbleibende Restfahrbahn der Dorfstraße nicht breit genug wäre, dass sich zwei Pkw auch noch in der Kurve problemlos begegnen könnten, haben wir bewusst auf nur einseitige Schutzstreifen gesetzt. Nach Klein Nordende hinein bieten wir also weiterhin den dortigen klassischen Radweg an, die letzten 15 m vor der Einmündung Schulstraße aber neu und zusätzlich einen Schutzstreifen auf Fahrbahn, in der Hoffnung, dass die Radfahrer so mehr die Vorfahrt der Schulstraße beachten. Hinter der Schulstraße läuft der Schutzstreifen auf der immer schmaler werdenden Dorfstraße einseitig weiter bis zunächst zum Töverhuus. Und somit haben wir dann auch das Parkproblem in diesem Abschnitt gelöst.

Wobei wir auch schon bei den Verkehrsregeln wären:

Auf einem Fahrradschutzstreifen, darf nicht gehalten und nicht geparkt werden. Auch nicht links daneben, wie hin und wieder zu beobachten, denn zum Parken und Halten ist gem. § 12 (4) StVO an den rechten Fahrbahnrand heran zu fahren. Da ist aber nun schon der Fahrradschutzstreifen.

Der Fahrradschutzstreifen, also der mit der gestrichelten (Leit-)Linie, darf nur bei Bedarf be- bzw. überfahren werden, z.B. wenn ein Lkw oder der breite Bus entgegen kommt, man an einer Baustelle oder Unfallstelle vorbei muss usw. Zwei Pkw allerdings, zumal wenn sie wie bei uns nur 30 km/h fahren dürfen, sollen sich gut begegnen können, denn wir behalten an jeder Stelle die erforderlichen mind. 4,5 m Breite für den Kfz-Verkehr nach.

Immer wieder beobachten wir das Ausweichen auf den Schutzstreifen, um einem Entgegenkommenden das Vorbeifahren an einem auf der anderen Fahrbahnseite haltenden oder parkenden Fahrzeug zu ermöglichen, oder der Vorbeifahrer drängt das andere Fahrzeug regelrecht auf den Schutzstreifen ab.

Im ersten Fall sicherlich noch nett gemeint ist trotzdem beides falsch! Gem. § 6 StVO muss derjenige, der an einem haltenden (und parkenden) Fahrzeug links vorbei fahren will, das entgegenkommende Fahrzeug durchfahren lassen. Aber eben so, dass dieses nicht auf den Schutzstreifen ausweichen muss, denn eine kurze Wartezeit hinter einem parkenden Fahrzeug ist eine völlig übliche Verkehrssituation, löst keine Notwendigkeit zum Befahren des Fahrradschutzstreifens bei Bedarf aus.

Sehen Sie die unterbrochene (Leit-)Linie einfach genau so wie einen festen Bordstein.

Zum Schluss sei erinnert, dass auch beim Überholen von Radfahrern auf einem begleitenden Radweg oder Schutzstreifen in der Ortschaft der Mindest-Sicherheitsabstand von 1,5 m gilt, außerhalb sogar mindestens 2 m.

Eine Bitte zum Schluss:

Obwohl selber mit einem noch anderen Bewusstsein aufgewachsen, nämlich dass sich alles dem Autoverkehr unterzuordnen hat, kann ich heute nur immer wieder betonen:

Die Straße ist für alle da. Gleichberechtigt. Und darum fordert die Teilnahme am Straßenverkehr von allen ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht, aber auch nicht nur von den Kraftfahrzeugführern sondern gleichsam von Radfahrern und Fußgängern und diese Verpflichtung gilt nicht nur immer für die anderen. Berücksichtigen wir alle die Verkehrsregeln, die wir uns als Gesellschaft selber auferlegt und in der Straßenverkehrsordnung aufgeschrieben haben, könnte es auf der Straße durchaus entspannter und sicher auch weniger gefährlich zugehen.

 

Jens Jacobsen

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